Elektrohoden und Co. über Berlin und die Zugezogenen

29. Juli 2010 · in News und Trends
szene, berlin

Foto: Elektrohoden

Wohl keine andere Stadt in Deutschland zieht so viele Zuzügler an wie die Hauptstadt; Berlin boomt, und das schon immer. Bereits in den 70ern und 80ern zogen Freigeister aus deutschen Kleinstädten hierher, etwa um der Wehrpflicht zu entgehen. Wer in West-Berlin wohnte, musste nämlich nicht zum Bund.

Unter anderem so wurde die Grundlage für den kreativen und freiheitsliebenden Spirit Berlins gelegt. Und auch heute ziehen Leute, denen ihre Dörfer oder auch größere Städte wie Stuttgart oder Gießen einfach zu lahm sind, hierher – und das in Massen. Auch das Ausland lockt Berlin; Spanier, Dänen, Italiener und Co. bevölkern Mitte, Prenzlberg und Co. Das neue Mitte ist ja nun das sogenannte Kreuzkölln, was allerdings nur Zugezogene so nennen – kein “Eingeborener” käme auf die Idee.

Die echten, ergo gebürtigen Berliner sehen das Treiben der Zugezogenen mit gemischten Gefühlen, einerseits bringen immer neue Leute natürlich Leben, Innovationen und Geld in die “arme, aber sexy” Hauptstadt – andererseits gilt man als gebürtiger Berliner mittlerweile schon als Rarität und wird auf Zugezogenen-Partys wie ein Museumsstück bestaunt.

Steigende Mieten, durch die vielen “Neu-Berliner” immer knapper werdende Studienplätze etc. sorgen für Spannungen, bis hin zu Anschlägen der linken Szene auf “Bonzen-Autos” in Ex-Szenebezirken wie Prenzlauer Berg, wo heute der “Bionade-Biedermeier” haust. Über neue Gattungen wie die des “Mitte-Strichers” sind schon ganze Essays verfasst worden; ein ganz besonders gutes und Zutreffendes hier bei Spreeblick. Wer hier lebt, weiß wovon die Rede ist, alle anderen wissen nach der Lektüre von “Der Berliner Szenemensch” Bescheid.

Auch die Band Elektrohoden hat das Thema in ihrem phantastischen Song “Hey, hey schöner Szenetyp” extrem passend verwertet. Ein kleiner Tipp, liebe (Neu)-Zugezogene: Der Fernsehturm heißt nicht “Alex”, und wenn man euch fragt, wo ihr herkommt, ist es verboten, zu sagen “aus Berlin” … ;) Vor allem mit übertrieben schwäbischem Dialekt.

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