19. Oktober 2010 · in · von Mode.net-Redaktion

Sportmode

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Sportmode

Foto: www.otte.de

Die Geschichte der Sportmode beginnt im 18. Jahrhundert – zunächst allerdings nur für Herren: Für sie existiert zu dieser Zeit bereits eine von der Alltagsmode getrennte Sportbekleidung, die in der Regel aus einer legeren Baumwollhose sowie einem passenden Oberteil besteht.

Sportmode für Damen dagegen gibt es nicht, zumal Frauen aufgrund ihres gesellschaftlich festgelegten Rollenbildes ohnehin kaum Verwendung für entsprechende Bekleidung haben.

Die Gymnastikbewegung propagiert schließlich Anfang des 20. Jahrhunderts die Befreiung des weiblichen Körpers, stößt damit bei der deutschen Bevölkerung allerdings auf wenig Gegenliebe. Die aus England importierte Sportmode dagegen erfreut sich großer Beliebtheit.

Dieser Umstand wiederum trägt im Lauf der Zeit auch zu einem veränderten Körperbewusstsein bei: Nun gewinnt auch die funktionale Sportkleidung an Bedeutung, selbst wenn sich die Sportmode für Damen anfangs kaum von der Alltagskleidung unterscheidet.

So wird beispielsweise im Turniertennis erst kurz vor dem Ersten Weltkrieg ein bis zur Wade gekürzter Rock zugelassen – vorher stellen Schnürkorsett und langer Rock eher eine Behinderung denn eine Erleichterung dar. Nach dem Ersten Weltkrieg setzen sich dann eine kurze schwarze Hose sowie ein weißes Hemd als typische Sportbekleidung für Frauen durch.

Beeinflusst zunächst die Alltagsmode die Sportmode, so kehrt sich dieses Verhältnis im Lauf der Zeit um. Der Trainingsanzug wird in den 1960er Jahren zum Kultobjekt, das jedoch überwiegend noch in der Welt des Sports verbleibt.

In den 1980er Jahren werden die sogenannten Radlerhosen modern, eine ungepolsterte Alltagsversion der Beinkleidung der professionellen Radsportler. Sportshirts und Trainingsjacken setzen sich als straßentaugliche Oberteile durch, Turnschuhe werden in Form sogenannter Sneakers zu jugendlichen Straßenschuhen.

Heute hat die Sportmode in Form von Markenartikeln mit modischen Schnitten und Farben ihren festen Platz auf dem Modemarkt. Aktive Sportler dagegen setzen häufig eher auf Funktionskleidung als auf den klassischen Jogginganzug.

Auch diese explizite Sportbekleidung jedoch ist über den Funktionsaspekt hinaus ein Modeartikel, der sich an aktuellen Trends orientiert. Eine klare Trennlinie zwischen Sport- und Alltagsmode lässt sich heute, wie zu Beginn der Entwicklung, praktisch nicht mehr

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