6. August 2010 · in · von Mode.net-Redaktion

Umstandsmode

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Umstandsmode

Foto: Umstandsmode

Umstandsmode ist ein Begriff für spezielle Kleidungsstücke, die in der Schwangerschaft getragen werden. In der Regel haben sie einen weiteren Schnitt. Typische Elemente sind zudem elastische Einsätze oder Möglichkeiten, um die Weite zu verstellen, etwa Knöpfe oder Bänder. Auch spezielle Unterwäsche für Schwangere fällt darüber hinaus in die Kategorie.

Umstandsmode im eigentlichen Sinne ist eine Erfindung der jüngeren Zeit. Bis ins frühe Mittelalter gab es ohnehin keine figurnahe Frauenkleidung. Sie passte auch, wenn der Körper sich im Lauf der Schwangerschaft veränderte, es gab als keinen Bedarf an spezieller Umstandsmode. Später wurden dann im Fall einer Schwangerschaft einfach die Seitennähte der Kleider aufgetrennt. Weite, lose Gewänder, die speziell mit einer Schwangerschaft in Zusammenhang gebracht wurden, tauchen in der Barockzeit das erste Mal auf. Teil dieser Umstandsmode war beispielsweise die Adrienne, eine Art Mantel, der mit vielen Falten und ohne sichtbare Taille Platz für den wachsenden Bauch bot.

Zum Ende des 18. Jahrhunderts wird, angeregt durch die Reformpädagogik, auch in der Oberschicht zunehmend gestillt. Die Umstandsmode besteht nun aus Kleidern, die sich auch für diese Zwecke gut eignen und so flexibel sind, dass sie auch während der Schwangerschaft mitwachsen. Modern war damals der sogenannte Empirestil, Kleider mit sehr hoch angesetzter Taille, die unter der Brust weit und lose herabfielen. Auch diese Kleidung ließ sich also außerhalb der Schwangerschaft weiter verwenden.

Umstandsmode im eigentlichen Sinne, die nur während der Zeit der Schwangerschaft getragen wird, taucht zum ersten Mal Mitte des 19. Jahrhunderts auf, als das Bürgertum versucht, den Zustand unter der weiten Kleidung möglichst zu verbergen. Ohnehin blieb die Frau, wenn dies möglich war, die letzten Wochen vor der Entbindung im Bett, sodass der Bedarf nach Kleidung für Hochschwangere in der Regel nicht bestand.

Noch bis zum Ende der 1960er Jahre diente die Umstandsmode überwiegend dazu, mit Hilfe von Hängerkleidchen oder weit geschnittenen Mänteln den Bauch zu kaschieren. Typische Schwangerschaftskleidung aus den 1970er Jahren ist dann die Latzhose. Inzwischen bedienen sich die Hersteller neuer Materialien. So passt sich die Kleidung beispielsweise mit Hilfe von Stretch-Anteilen oder eingearbeiteten Gummibändern an den Körper an, hat dadurch eine gute Passform und Flexibilität. Darüber hinaus wird Kleidung für Schwangere von immer mehr Herstellern als eigenes Modesegment entdeckt, das werdenden Müttern nicht nur bequeme, sondern auch aktuelle, gut aussehende Stücke bieten soll.

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