
Foto: Zara Filiale
Zara goes Irak? Fans des Labels erfreuen sich seit ein paar Tagen auch in Bagdad an einem neuen Zara-Shop, den ersten im Irak. Saftige Preise, die sich nur eine kleine Elite der Stadt leisten kann, halten trotzdem nicht vom Shoppen ab. Immerhin 300 Euro muss man hier schon mal für ein Kleid hinlegen. Das Bagdad-Zara befindet sich im noblen Stadtteil Karada – und hier will auch trotz der andauernden Krise im Land keiner auf eine feine Abendgarderobe verzichten.
Auch wenn das spanische Modelabel bereits im gesamten Nahen Osten Filialen hat – die in Badgad ist selbst dem Hauptbüro in Madrid völlig neu. Die Filiale entpuppte sich schließlich als illegal. Doch so etwas kann schon mal vorkommen: Der Irak ist modetechnisch noch ein Niemandsland – da hält man es auch mit dem Copyright nicht so genau.
Den Unterschied wird wahrscheinlich sowieso niemand merken. Nur ein mehr oder weniger „fachmännischer“ Blick entscheidet über Kauf-Lust oder -Frust. Denn modebewusste Shopper haben es im Irak nach wie vor schwer: Markenware ist hier Mangelware. Die meisten Stücke kommen aus Syrien, China oder aus der Region – und lassen in puncto Qualität ziemlich zu wünschen übrig.
Daher bleibt den Fashionistas aus Bagdad eben nichts anderes übrig als im umgrenzenden Ausland türkische und iranische Ware zu shoppen. Doch selbst in Kurdistan bekommt man die besten Stücke noch am Wühltresen auf dem Markt: Secondhand aus Europa, teilweise sogar Hilfsgüter, die eigentlich woanders hätten landen müssen. Was für ein Lichtblick wäre da die vermeintliche Zara-Filiale gewesen!
Verantwortlich für den Mode-Gau im Irak ist nach wie vor die Sicherheitslage, die bei europäischen Firmen für Berührungsängste sorgt. Bei Zara in Madrid allerdings hat man gar nicht die Sicherheitsbedenken im Auge. Der Mutterkonzern Inditex setzt vielmehr seinen Schwerpunkt auf Asien – da sieht er mehr Potential.
Die Vorbereitungen dafür sind bereits in der heißen Phase: Im nächsten Jahr startet der Online-Verkauf in Japan und Südkorea. Und auch in den USA kann Zara bald online geshoppt werden. Außerdem sind für 2011 erste Zara-Stores in Australien und Südafrika geplant. In Rom steht die Eröffnung eines ökologischen Stores an. Und wir in Deutschland können uns auf den 2. September freuen – ab dann können auch wir die begehrte Stücke online ergattern.
Übrigens: Das spanische Modelabel Mango setzt auf die genau entgegen gesetzte Strategie und hat vor kurzem – ganz legal und offiziell – in der kurdischen Hauptstadt Erbil die erste Mango-Filiale eröffnet.
(Quelle: Wirtschaftsplattform Irak | wp-irak.de)







